Fork me on GitHub

Yoschis Blog

Gedicht zur Börse

2 Kommentare

Ein schönes Gedicht.

Das Gedicht gehört doch nicht Kurt Tucholsky sondern einen gewissen Richard G. Kerschhofer

Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.
Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen – echt famos!
Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.
Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.
Trifft’s hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken -
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!
Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.
Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.
Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen
und – das ist das Feine ja -
nicht nur in Amerika!
Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen -
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.
Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht.

Gefunden bei Dirks Logbuch

Geschrieben von Yoschi

29. Oktober 2008 um 15:36

Abgelegt in Allgemein

Tags: ,

2 Kommentare zu “Gedicht zur Börse”

RSS Feed für Kommentare dieses Artikels. TrackBack URL.

  1. Inka GERMANY Mozilla Firefox Mac OS

    29. Okt 08 um 18:34

    Wann wird die Revolution beginnen?

    Was will sie erreichen und was ist die Alternative?

    Gefällt mir aber auf jeden Fall!

    Vielen Dank.

  2. Yoschi GERMANY Mozilla Firefox Linux

    30. Okt 08 um 17:45

    Ich hab ein nettes Zitat von Ernest Hemingway gefunden.

    Inflation ist das erste Wundermittel des schlecht geführten Staates. Das zweite Wundermittel ist Krieg.Beide führen zu zeitweiligem Wohlstand, und beide führen zu völligem Zusammenbruch.

Hinterlasse doch einen Kommentar