Polizei: Betrugs-Streaming-Sites nutzen die Internetbenutzer

Polizei: Betrugs-Streaming-Sites nutzen die Internetbenutzer

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Es ist durchaus üblich, dass Anti-Piraterie-Outfits Raubkopien als "Betrug" bezeichnen, aber obwohl sie größtenteils illegal sind, halten sie, was sie versprechen, und versuchen selten, die Öffentlichkeit zu betrügen.

In Deutschland wird von einer viel unheimlicheren Operation berichtet, an der mehr als ein paar Hundert Websites beteiligt sind, die sich als legal erweisen, aber tatsächlich ein riesiges Geldverdienungssystem für Betrüger darstellen.

In dem unten gezeigten Beispiel sieht AsoFlix wie eine reguläre Piraten-Streaming-Plattform aus. Die Website behauptet jedoch, legitim zu sein, obwohl die unregelmäßige Großschreibung der verschiedenen Filmkategorien auf ein unprofessionelles Angebot hindeutet.

Vor der Registrierung kann auf keinen Inhalt zugegriffen werden. Wenn Benutzer versuchen, sich anzumelden, werden sie aufgefordert, alle ihre persönlichen Daten einzugeben. Hier beginnt der Ärger.

Als Gegenleistung für die Übergabe ihrer Namen, Adressen, Kreditkarten- und Mobiltelefonnummern erhalten Benutzer eine fünftägige kostenlose Testversion. Nach Angaben der Polizei handelt es sich dabei jedoch um eine sogenannte „Abonnementfalle“. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen ist der Hinweis enthalten, dass Ihr Konto automatisch auf ein einjähriges Premium-Konto aktualisiert wird, wenn Benutzer sich während der kostenlosen Testversion nicht abmelden.

Bei Asoflix ist dies die fürstliche Summe von 395,88 € pro Jahr, die in einer Transaktion berechnet wird. Das Schlimmste ist jedoch, dass der lokale Nachrichtensender Tarnkappe berichtet, dass auf den Websites „kaum bis gar keine Werke“ angeboten werden. Dies bedeutet eine hohe Rechnung und keine Rendite für diejenigen, die das Pech haben, sich anzumelden. Die Polizei fügt hinzu, dass sie nicht sagen können, ob angebotene Inhalte lizenziert sind, obwohl dies unwahrscheinlich erscheint.

Der Betrug wurde zum ersten Mal im Jahr 2018 aufgedeckt, aber nach Angaben der Polizei ist er noch nicht abgeschlossen. Sie haben eine Liste der an dem Betrug beteiligten Domains veröffentlicht, die etwa 220 umfasst (TF-Tests zeigen, dass eine Nummer jetzt inaktiv ist), sowie Warnungen, nicht zu zahlen.

Das Problem ist, dass viele Opfer von den Standorten unter Druck gesetzt werden, genau dies mittels gefälschter Inkassobriefe zu tun, die damit drohen, Eigentum, Pensionen, Bankeinlagen und sogar Arbeitslosenunterstützung zu beschlagnahmen. Und als Zeichen dafür, wie ausgefeilt der Betrug ist, sagt die Polizei, dass auf YouTube angeblich Videos mit Anwälten gepostet wurden, die darauf hinweisen, dass die Forderung nach Bargeld legitim ist.

Video mit dem Hinweis, dass der Betrug auf GadaFlix.de legal ist (Kredit: Deutsche Polizei)

Es ist erwähnenswert, dass AsoFlix und GadaFlix (die Seite, auf die im obigen YouTube-Screenshot verwiesen wird) identisch sind, sich jedoch im Besitz verschiedener Unternehmen befinden. Es ist vielleicht nicht überraschend, dass ein Bericht aus Deutschland diesen Betrug mit einem früheren in Verbindung bringt, der falsche Hinweise auf Urheberrechtsverletzungen enthält.

Da wir AsoFlix oben hervorgehoben haben, haben wir uns genauer angesehen, wer möglicherweise hinter dem Dienst steckt. In Anbetracht der Hitze, der diese und ähnliche Plattformen in Deutschland ausgesetzt sind, verzeichnet die AsoFlix-Site ihre eigene Firma als FOXRUSH FILMS LTD, England.

Ob es sich tatsächlich um die Eigentümergesellschaft handelt, ist nicht bekannt. In Großbritannien gibt es jedoch eine Gesellschaft mit diesem Namen, die 2013 gegründet wurde. Sie ist derzeit als ruhend eingestuft und hat seit ihrer Gründung noch nie einen Handel gemeldet. Google Maps zeigt die Adresse als kleines Reihenmittelhaus in einem Wohngebiet von Coventry. Die von AsoFlix angegebene Umsatzsteuer-Identifikationsnummer existiert laut EU-Datenbanken nicht.

TorrentFreak überprüfte eine Reihe von Unternehmen, die auf diesen betrügerischen Websites als Eigentümer aufgeführt sind, und viele von ihnen sind eingetragene Unternehmen in Großbritannien. Während es möglich ist, dass die Betrüger das Companies House auf der Suche nach zufälligen Unternehmen durchsucht haben, sind weitere Untersuchungen der Behörden erforderlich, um endgültige Schlussfolgerungen zu ziehen.

via Torrentfreak • CC BY-NC 3.0 license

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