Zwei Piratenbetreiber für insgesamt 66 Monate inhaftiert

Zwei Piratenbetreiber für insgesamt 66 Monate inhaftiert

Die Popularität des Usenet – manchmal auch als Newsgroups bekannt – nimmt seit einigen Jahren ab.

Das weltweite System beherbergt jedoch immer noch erstaunliche Mengen von Raubkopien, darunter Filme, Fernsehsendungen, Musik, Spiele und Software.

Im November 2017 haben die deutschen Behörden nach einer Untersuchung der örtlichen Pirateriebekämpfungsgruppe GVU festgestellt, dass sie diese wichtige Möglichkeit der Piratenversorgung nicht aus den Augen verloren haben.

Das Teilen der Sites Town.ag und Usenet-Town soll das Zentrum der Usenet-Szene in der Region bilden und den Zugang zu weit über einer Million urheberrechtsverletzender Werke ermöglichen. Nach Razzien in Deutschland, Spanien, den Niederlanden, San Marino, der Schweiz und Kanada, die von 182 gemeldeten Beamten verschiedener Behörden durchgeführt wurden, wurden die Standorte geschlossen.

Einer der wichtigsten Männer hinter Town.ag, der in Spanien festgenommen und an Deutschland ausgeliefert wurde, befindet sich bereits seit fast 18 Monaten in Haft. Er und ein weiterer Verdächtiger standen letzten Monat in Dresden vor Gericht. Laut GVU wurden 16 Verhandlungstage abgesagt, was zum Teil auf das „beharrliche Schweigen“ eines der Männer zurückzuführen war.

Die GVU gab diese Woche bekannt, dass die beiden nun verurteilt worden sind. Der mutmaßliche Leiter von Town.ag (Gerrit G) wurde zu drei Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt, und der technische Administrator des Standorts (Matthias E) wurde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Jahren verurteilt 10 Monate.

"[Gerrit G) hatte die Idee für Town.ag, die er selbst und mit Hilfe anderer Komplizen umsetzte", heißt es in einer Stellungnahme der GVU.

„Einer dieser Komplizen befand sich auch im Hafen von Dresden: Matthias E. war für die technische Seite des lukrativen Portalbetriebs verantwortlich und führte beispielsweise die Serverwartung durch, stellte aber auch urheberrechtlich geschütztes Material auf Town.ag zur Verfügung.“

Laut GVU wird die örtliche Usenet-Szene seit 2015 genau beobachtet. Rund 4,5 Millionen Besucher pro Monat suchten auf verschiedenen Portalseiten nach Filmen, TV-Shows, Spielen und eBooks. Interessanterweise wird auch behauptet, dass zwei engagierte Usenet-Anbieter dazu beigetragen haben, das „kriminelle Netzwerk“ mit Sponsoring-Deals zu finanzieren.

Die Anti-Piraterie-Gruppe sagte, die massiven Überfälle im Jahr 2017 hätten die Usenet-Szene durcheinander gebracht, und 20 Usenet-Portale hätten daraufhin den Laden geschlossen. Der Effekt war laut GVU langfristig, alle Portale blieben heute offline. Die GVU kündigt an, die Ermittlungen im laufenden Strafverfahren fortzusetzen.

via Torrentfreak • CC BY-NC 3.0 license

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