5G kommt – neue Chancen für Mobilfunknutzer und Industrie

5G kommt – neue Chancen für Mobilfunknutzer und Industrie

Zu Jahresbeginn 2020 wurde offiziell mit dem rapiden Ausbau des 5G-Netzes begonnen – eine Entwicklung, die von zahlreichen Diskussionen begleitet ist. Neue Chancen für Automatisierung und Robotik, schwärmen die einen, Gefahr für die Gesundheit kritisieren andere, während sogar Mutmaßungen über einen Zusammenhang mit dem Coronavirus gemacht wurden. Was sind Fakten, was sind Gerüchte, und was ist in der Technologiebranche von 5G zu erwarten?

Netzwerkanbieter Viavi bestätigte in seinem Report zum Stand der Bereitstellungen, dass 5G ab Januar 2020 in 378 Städten in insgesamt 34 Ländern eingesetzt wurde, vorreitend sind dabei Südkorea und China, doch auch Australien und Teile Europas wie auch Nordamerikas sind auf dem Vormarsch.

 

Technologisch bietet die ultraschnelle Datenübertragung Vorteile für den einzelnen Mobilfunknutzer, aber auch für die Industrie. Mit 100 Gigabite/Sekunde ist 5G deutlich schneller als das bisher für Smartphones verwendetet 4G, das maximale Übertragungsgeschwindigkeiten von 150/Megabite pro Sekunde ermöglichte. Neben dem ganz problemlosen Live-Streaming von Videos und Filmen auf Smartphones gehen die technischen Möglichkeiten jedoch viel weiter – gerade im Hinblick auf augmentierte und virtuelle Realität, der smarten Kommunikation von Gerät zu Gerät sowie Cloud- und Blockchain-Technologie.

 

Besonders in Maschinenbau und in der automotiven Industrie ergeben sich durch 5G ganz neue Möglichkeiten. Die moderne Übertragungstechnologie bietet beispielsweise die Basis für komplett autonomes Fahren und Datenübertragung in Echtzeit und erlaubt den Einsatz in zeitkritischen Anwendungen, die nur extrem geringe Ausfallzeiten von weniger als 1 Millisekunde haben dürfen. Die möglichen Einsatzgebiete sind schier endlos: Im Bereich der Stadtverwaltung ergeben sich neue Möglichkeiten zur Verbesserung der Infrastruktur öffentlicher Verkehrsmittel oder intelligenterer Ampelschaltung sowie zu erhöhten Sicherheitsvorkehrungen und smarter, umweltschonender Energieversorgung. Auch die Landwirtschaft kann aus logistischer Sicht profitieren, wenn Maschinen alsbald ganz automatisch gesteuert werden können – seien es Feldroboter oder unbemannte Agrarmaschinen. Auch langfristige geldsparende und zuverlässigere Automatisierung in der Logistik kann dank 5G erwartet werden.

 

Privatpersonen können sich einfach über noch schnellere Ladezeiten auf ihren Geräten freuen, was nicht nur beim Streaming von Videos, sondern auch beim Gaming Vorteile bringt. Neben der hohen Effizienz und stärkeren Kapazitäten ist ein weiterer Vorteil von 5G, dass es nicht teurer als das bisher verwendete 4G sein wird, gleichzeitig aber geringere Netzkosten verspricht.

Was ist aber nun dran am Gerücht, dass die Strahlung gefährlich für die menschliche Gesundheit sei, möglicherweise sogar zur Verbreitung des Coronavirus beitrug? Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es dafür keine Beweise, und die zeitgleiche Installation von 5G-Türmen und Verbreitung von COVID-19 scheint komplett zufällig zu sein. Bekannt ist, dass 5G auf Millimeterwellen übertragen werden soll, die auf sehr hochfrequentierten Funkwellen laufen, und wenngleich bisher kein direkter Bezug zu Krankheiten festgestellt werden konnte, gibt es angesichts der Neuheit der Entwicklung natürlich noch keine Langzeitstudien.

 

Bis zum Ende 2020 sollen laut Aussagen der Telekom 40 Millionen Menschen mit 5G versorgt werden, wobei vor allem Geräte des chinesischen Herstellers Huawei, aber auch von Ericsson zur Verfügung gestellt werden sollen. Neben der Telekom ist auch Vodafone am Ausbau der 5G-Mobilfunknete beteiligt, wobei hier keine neuen Netze geschaffen, sondern bestehende Infrastruktur ausgeweitet wird.

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