Prof. Döllner vom Hasso-Plattner-Institut hält Keynote auf INTERGEO Kongress in Frankfurt / Künstliche Intelligenz hat große Stärke bei der Interpretation von Geodaten (VIDEO)

Prof. Döllner vom Hasso-Plattner-Institut hält Keynote auf INTERGEO Kongress in Frankfurt / Künstliche Intelligenz hat große Stärke bei der Interpretation von Geodaten (VIDEO)

Potsdam/Frankfurt a.M. (ots) –

Künstliche Intelligenz (KI) ist in aller Munde. Es ist eines der
Schlüsselthemen in der allgemeinen Diskussion um die Digitalisierung.
Experten wie Prof. Jürgen Döllner vom Hasso-Plattner-Institut, dessen
Keynote zur INTERGEO 2018 am 16. Oktober in Frankfurt zu hören ist,
sehen kaum ein Feld, das nicht in der Lage wäre, die Vorteile der
künstlichen Intelligenz zu nutzen. Er prophezeit, dass es eine Reihe
von revolutionären Veränderungen geben wird. In seiner Keynote
“4D-Punktwolken und maschinelles Lernen”, geht er unter anderem auf
die Einsatzgebiete von KI in den Anwendungen im Geospatial Business
ein und welche zukünftigen Potenziale speziell in diesem Bereich
stecken. INTERGEO TV hat ihn am Hasso-Plattner-Institut der
Universität Potsdam für das aktuelle Opinion Leader-Interview
getroffen, das auf der News-Plattform für die Geospatial Community
(www.intergeo-tv.com) am 20. September 2018 veröffentlicht wird.

Herr Professor Döllner, welche Einsatzgebiete hat KI in den
Anwendungen im Geospatial Business und welche zukünftigen Potenziale
sehen Sie in diesem Bereich?

Die Anwendungen der künstlichen Intelligenz sind vielfältig. Ich
kann nicht ein Feld sehen, das nicht in der Lage wäre, die Vorteile
der künstlichen Intelligenz zu nutzen. Also werden wir es in fast
allen Bereichen der Geodatenverarbeitung sehen. Zum Beispiel ist die
Fähigkeit ungenaue Geodaten zu interpretieren eine Kernstärke der
Künstlichen Intelligenz. Dies ist typischerweise ein Alptraum für
alle Geoinformationssysteme und -prozesse. Aber die Verwendung von KI
kann schlechte Daten irgendwie heilen, um bessere Daten zu erhalten,
und dies ist nur ein Beispiel für die vielfältigen Anwendungen.
Weitere Anwendungen sind die Analytik, insbesondere die
vorausdeutende Analytik im Bereich der Geoinformationssysteme und
Geodatenanalyse.

Wissenschaft und Forschung sind bei der Analyse großer Datenmengen
auf eine leistungsfähige IT-Infrastruktur angewiesen. Wie geht man
mit diesen großen Datenmengen um?

Künstliche Intelligenz erfordert große Geodatenmengen und wir
müssen darüber nachdenken Geodaten nicht an einem einzigen Ort zu
speichern, nicht einmal in der Cloud. Es werden Geodatenströme sein,
die höchstwahrscheinlich nie enden werden, und die uns ständig neue
Daten liefern. Daher müssen die Paradigmen, die zur Entwicklung von
Algorithmen verwendet werden, neugestaltet werden.

Wie lassen sich unterschiedliche Datenströme miteinander
verknüpfen, zum Beispiel in Smart Cities?

In Smart Cities werden wir grundsätzlich mit einer vielfältigen
heterogenen Anzahl von Geodatenströmen konfrontiert. Auch hier müssen
wir uns bewusst sein, dass unsere derzeitigen Systeme mit
Geodatenbasis, spezialisierter Datenbasis mit viel Speicher, dass
dieses Modell in Zukunft nicht mehr funktionieren wird.

Viele Vorgänge der Datenerfassung und ihrer Auswertung können mit
KI erheblich beschleunigt werden. Stehen wir da vor revolutionären
Veränderungen?

Ja, natürlich. Es wird eine Reihe von revolutionären Veränderungen
geben. Beispielsweise werden die meisten Prozesse in Zukunft nicht
nur Geodaten erfassen, sondern gleichzeitig auch Geodaten verarbeiten
und uns erlauben das abzuleiten, was uns wirklich interessiert.
Stellen Sie sich eine Drohne vor, die etwas in der Umgebung aufnimmt
und direkt ein bestimmtes Objekt, zum Beispiel Straßenschilder,
herauszieht. Hier wird kein Prozess in Einzelschritten mehr nötig
sein, sondern Geodaten können direkt interpretiert werden. Dies
beschleunigt die Prozesse und ermöglicht es völlig neue Anwendungen
zu erstellen. So können wir völlig neue Wege finden, um Geodaten zu
speichern und um nur relevante Erkenntnisse zu speichern, die sich
aus Geodaten mittels KI ableiten lassen.

Welches Potential steckt aus Ihrer Sicht darin für den Bereich
Bauprozesse?

Künstliche Intelligenz bietet völlig neue Möglichkeiten für die
Prozesse im Baubereich. Für die Welt der Gebäudedatenmodellierung
wird die Künstliche Intelligenz die Art und Weise, wie Daten in diese
Prozesse eingebracht werden können, deutlich verbessern.

Wie wird sich der Einsatz von KI im Bereich Verkehrssteuerung
auswirken?

Für zukünftige Verkehrsleitsysteme wird Künstliche Intelligenz
eine Schlüsselkomponente sein. Es wird einerseits zentralisierte
Systeme geben, die beispielsweise die Infrastruktur des
Verkehrssystems einer Stadt steuern, andererseits werden aber auch
Systeme in unsere Fahrzeuge und Autos eingebaut werden, damit beide
intelligent zusammenarbeiten. Dies wird hoffentlich zu einer Reihe
von Verbesserungen im Verkehr führen.

Deep Learning und Technologien wie künstliche neuronale Netze, die
dem menschlichen Gehirn nachgebildet sind, haben einen erheblichen
Schub erfahren in den letzten Jahren. In wie weit sind Geodaten
substantiell für diese Entwicklungen im Deep Learning?

Geodaten sind der Schlüssel zu diesen Techniken, da sie fast die
perfekteste Kategorie von Daten sind, die von KI-Algorithmen und
tiefen Lernalgorithmen verarbeitet werden können. Da Geodaten formbar
sind und sich durch eine Art Unschärfe und Undeutlichkeit
auszeichnen, kann uns KI hier echte Vorteile bringen. Geodaten sind
also auf eine gewisse Weise hervorragender Input für all diese
Technologien und aus diesem Grund werden KI und Deep Learning einen
großen Einfluss auf die Geoinformatik haben, weil wir hier die
richtigen Daten haben, die von KI und Deep Learning verarbeitet
werden können.

Als Experte für Visionen mit KI wird Prof. Jürgen Döllner vom
Hasso-Plattner-Institut den INTERGEO Kongress mit einer Keynote
eröffnen, die sich mit verschiedenen KI-Anwendungen beschäftigen
wird.

Die INTERGEO ist die weltweit größte Konferenz und Fachmesse für
Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement und damit eine
hervorragende Plattform-, Forum- und Networking-Möglichkeit. Sie
findet 2018 vom 16. bis 18. Oktober in Frankfurt am Main statt.

Tickets für Kongress und Messe unter www.intergeo.de/tickets
Prof. Jürgen Döllner auf INTERGEO TV:
https://www.intergeo-tv.com/2018/09/13/prof-jurgen-dollner/

Über die INTERGEO

Die INTERGEO, bestehend aus Kongress und Fachmesse, ist weltweit
die größte Veranstaltung im Bereich Geodäsie, Geoinformation und
Landmanagement. Sie wechselt jährlich ihren Standort innerhalb
Deutschlands und präsentiert sich an international renommierten
Messestandorten: 2018 in Frankfurt am Main, 2019 in Stuttgart und
2020 in Berlin. Der Kongress mit über 1.400 Teilnehmern befasst sich
mit aktuellen Themen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und
Industrie. 2017 haben sich auf der Leitmesse mehr rund 18.000
Besucher aus über 100 Ländern bei 590 Unternehmen über Innovationen
und Systemlösungen der Branche informiert. Die Besucher-, Aussteller-
und Flächenzahlen der INTERGEO werden nach den einheitlichen
Definitionen der FKM – Gesellschaft zur Freiwilligen Kontrolle von
Messe- und Ausstellungszahlen – ermittelt und zertifiziert.

Der DVW – Gesellschaft für Geodäsie, Geoinformation und
Landmanagement e.V. ist Veranstalter der INTERGEO. Das Management der
Fachmesse wird durch HINTE Expo & Conference verantwortet.

Pressekontakt:
HINTE Expo & Conference
Kommunikationsleitung
Denise Wenzel
T +49 721 83 14 24 – 730
dwenzel@hinte-marketing.de

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