Neue Filme im Netz: Grenzen der Filmpiraterie verschwimmen

Neue Filme im Netz: Grenzen der Filmpiraterie verschwimmen

Die Kinobranche sieht sich neuen Herausforderungen gegenüber. Das klassische Auswertungsfenster scheint ein Relikt der Vergangenheit zu sein und muss sich flexibleren Angeboten fügen. Die ersten Vorgehensweisen der Verleiher schlagen aktuell hohe Wellen und geben auch unzulässigen Anbietern eine neue Plattform.

Die internationale Filmlandschaft hat sich aus den Kinos in Netz verlagert. Aufgrund der derzeitigen Lage hat ein Umdenken stattgefunden, welches einen ganzen Wirtschaftszweig in den Umbruch stürzt. Das Fehlen des ersten Auswertungszweiges brachte Traditionsstudios wie Universal Pictures, Warner Bros. oder auch deutsche Vertreter wie Constantin Film dazu, ihre neuen Projekte direkt auf digitalen Plattformen den Zuschauern zur Verfügung zu stellen. Unter dem Label von Heimkino-Premieren feierten neue Releases wie der Animationsfilm „Trolls World Tour“, das Clint Eastwood-Drama „Der Fall Richard Jewell“ oder der Langfilm zur gleichnamigen TV-Serie „Berlin, Berlin“ auf dem kleinen Bildschirm ihren großen Auftritt, wie https://www.mdr.de berichtet.
Was Filmfans erfreut, sorgt für Unmut in der Kinolandschaft. Dass sich Verleiher auf diese Weise aktuell behelfen, um wenigstens etwas Profit aus den Millionenprojekten zu gewinnen, ist verständlich. Allerdings hat Universal Pictures jüngst signalisiert, dass sie auch in Zukunft einen zeitgleichen Release von Filmen im Kino wie auch im On-Demand-Bereich befürworten. Für die Kinos würde dies einen herben Einschnitt bedeuten, da das exklusive Auswertungsfenster entfällt. Die amerikanische Kinokette AMC, die mit weltweit 1.000 Kinos zu den größten Playern gehört, hatte umgehend einen Boykott von Universal Filmen angedroht, wie auf http://beta.blickpunktfilm.de zu lesen ist. Für Deutschland würde dies auch die Häuser der UCI-Kette betreffen.

Die Verlagerung in den Digitalbereich

Der Vorteil bei dieser Veröffentlichungspolitik ist der größere Prozentsatz an Gewinn, der bei den Verleihern bleibt. Statt die Gewinne aufgrund des flächendeckenden Vertriebes und Produktion von zusätzlichen Marketingmaterialien zu schmälern, ist der Digitalvertrieb kostenschonend. Eine Tatsache wird derweil jedoch ausgeblendet: Die Filmpiraterie erhält durch den Wechsel auf die digitale Ebene leichtes Spiel. Was die Kinos Anfang der 2000er Jahre effektvoll mit den Werbekampagnen „Kino ist das Größte“ eingedämmt haben, könnte nun wieder neuen Aufschwung erhalten. Durch den Einsatz von Ripping-Tools und Decodierungssoftware haben Filmpiraten leichtes Spiel. Lässt sich die Filmindustrie aktuell vom Erfolg ihrer Streamingpolitik blenden?

Ganz von der Hand zu weisen, ist diese Denkweise nicht. Die Verlagerung in den Digitalbereich ist kundenfreundlich und bietet Vielfalt auf Knopfdruck. Allerdings müssen reine Streamingprodukte wie Netflix-Actionstreifen „Extraction“ mit Chris Hemsworth oder die Sportdoku „Being Mario Götze“ von diesem Prozess unterschieden werden. Letztgenannte Doku über den Dortmund-Spieler Götze, der laut https://extra.bet365.com/news/de/ ab Sommer die Wettquoten der italienischen Fußballvereine in die Höhe treiben wird, zeigt, wie das Zusammenspiel zwischen Kino und Stream funktioniert: Wer für Streaming produziert, muss es auch dort auswerten. Danach folgt die Zusatzauswertung beispielsweise im Kino. „Being Mario Götze“ erhielt nach seiner Ausstrahlung auf DAZN einen limitierten Release im Kino 2018.

Hürdenreicher Weg

Den Lichtspielhäusern würde durch den Wegfall von Filmen, die vorrangig für das Kino bestimmt wären, die grundlegende Einnahme wegbrechen. Verleiher müssten sich zudem in die unzähligen mittelmäßigen Releases einreihen, zwischen denen ihr Film zweifellos untergehen würde. Ein Spielfeld, auf dem Filmpiraterie ungeniert wüten könnte, da die Sicherheitsmaßnahmen beim Kinobesuch ersatzlos wegfallen würden. Ob dieses Risiko den neuen Weg rechtfertigt, bleibt abzuwarten.

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